Samstag, 31. März 2018
Eleison Kommentare DLIX (559)

Auferstehung der Kirche?

Bischof Williamsons Eleison Kommentare,
Nummer DLIX (559)

Der Kirche Auferstehung kommt, wenn jedermann
Nach besten Kräften alles leistet, was er kann
.

 

Der Tag vor Ostern sollte ein guter Zeitpunkt sein, darüber nachzudenken, wie Mutter Kirche aus ihrem gegenwärtigen, aufs schwerste erschütterten Zustand auferstehen wird. Durch unseren katholischen Glauben wissen wir mit absoluter Gewißheit, daß sie auferstehen und bis ans Ende der Welt Bestand haben wird (Matthäus XXVIII, 20). Doch ist es ein großer Fehler zu denken, daß sie diesmal dank menschlichen Bemühungen auferstehen wird, denn wer dies meint, erliegt nur allzu leicht dem Irrglauben, ihre Rettung könne mit menschlichen Mitteln erfolgen, beispielsweise mittels „theologischer Diskussionen“ oder diplomatischer Verhandlungen mit ihren heutigen Herren im Vatikan.

Die theologischen Diskussionen von 2009 bis 2011 haben nämlich nirgendwo hingeführt; dies ist der Grund dafür, daß wir seither fast nichts mehr darüber hören, weil sie bewiesen haben, daß der theologische Abgrund, der zwischen dem konziliären Rom und der katholischen Tradition klafft, sich nicht überbrücken läßt. Und diplomatische Verhandlungen können bestenfalls den bloßen Anschein erwecken, es gehe beiden Seiten darum, die Tradition zu retten. Die heutigen Römer verfügen nämlich über eine zweitausendjährige Erfahrung in Diplomatie, und sie wollen nichts von der Tradition wissen, weil diese ein ernsthaftes Hindernis auf dem Weg zu ihrer Neuen Weltordnung darstellt, in der Unser Herr Jesus Christus keinen Anspruch mehr darauf erheben darf, zu herrschen. Das Problem ist die vollständige Abkehr von Gott, welche die Menschheit im allgemeinen und Seine eigenen Prälaten in Rom im besonderen vollzogen haben.

Deshalb wird sich das Problem mit menschlichen Mitteln allein nicht lösen lassen. Wie Kardinal Villot (1905–1979), ein ehemaliger Staatssekretär im Vatikan unter drei Konzilspäpsten (1969–1979), auf dem Totenbett einräumte, ist „die Kirche von menschlichen Standpunkt aus am Ende“. Wenn die heutigen Führer der Priesterbruderschaft St. Pius X. argumentieren, die Bruderschaft müsse irgendein Abkommen mit den Vertretern des offiziellen Rom schließen, weil es keinen anderen Ausweg aus der Krise der Kirche gebe, so zeugt dies nicht nur von einem großen Mangel an übernatürlichem Geist, sondern auch von einer gewissen Überheblichkeit. Glauben diese Männer denn wirklich, der Herrgott verfüge nicht über Mittel, um Seiner Kirche zur Hilfe zu eilen? Glauben sie tatsächlich, Gottes Arm werde durch menschliche Bosheit verkürzt? Hier spricht Sein Prophet Jesaja (LIX, 1–3):

Siehe, die Hand des HERRN ist nicht zu kurz, um zu retten, und sein Ohr nicht zu schwer, um zu hören; 2. sondern eure Vergehen sind es, die eine Scheidung gemacht haben zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht von euch verhüllt, so dass er nicht hört. 3. Denn eure Hände sind mit Blut befleckt und eure Finger mit Sündenschuld. 4. Eure Lippen murmeln Lüge, und eure Zunge murmelt Verkehrtheit. 4. Niemand lädt vor in Gerechtigkeit und niemand tritt vor Gericht in Wahrhaftigkeit. Sondern bei euch gilt dies: Auf Leeres vertrauen, Gehaltloses reden, mit Mühsal schwanger gehen, Unrecht zeugen.

Die Ungerechtigkeiten der Menschen sind also das Problem. Und ist es wahrscheinlich, daß Gott keine Lösung hat? Nein. Und ist es wahrscheinlich, daß Er nicht will, daß Menschen bei Seiner Lösung eine Rolle spielen? Nein. Und ist es wahrscheinlich, daß das, was er von Ihnen erwartet, um Seine Kirche zu retten, besonders schwierig oder kompliziert ist? Nein. Doch ist es wahrscheinlich, daß dies ein gewisses Ausmass an Bescheidenheit erfordern wird? Ja, denn „Gott widersetzt sich den Überheblichen, aber denen, die gering von sich denken, wendet er seine Liebe zu“ (Jakobus IV, 6). Und wird es ein gewisses Ausmaß an Glauben verlangen? Sicher, denn „ohne Glauben ist es unmöglich, Gott wohlzugefallen“ (Hebräer XI, 6). Und besteht irgendeine Möglichkeit, daß Gott der auf der Schwelle zur Selbstzerstörung stehenden Menschheit nicht klargemacht haben wird, welche bescheidenen Mittel die gläubigen Menschen nach seinem Willen anwenden sollen, damit Er eingreife und sie vor der Zerstörung rette?

Eine solche Möglichkeit besteht in keiner Weise. Was soll die Menschheit Seinen Worten nach also tun, damit Seine Kirche wieder auferstehen kann?

Er hat dies durch Seine Mutter gesagt, 1917 in Fatima, 1925 in Pontevedra und 1973 in Akita. In Fatima: Rußland muß vom Papst gemeinsam mit all den katholischen Bischöfen dem unbefleckten Herzen Mariä geweiht werden. In Pontevedra: Die Katholiken müssen die Sühnekommunion der ersten fünf Samstage begehen. In Akita: Die Katholiken müssen den Rosenkranz beten, für den Papst, für die Bischöfe, für die Priester. Sind diese drei Punkte bescheiden? Ja. Sind sie übernatürlich, erfordern sie übernatürlichen Glauben? Gewiß. Ist einer davon zu schwer, als daß man verlangen könnte, ihn auszuführen, damit die Kirche wieder auferstehen und die Menschheit vom Rand des Abgrunds weggeführt werden kann? Gewiß nicht. Darum soll niemand klagen, er könne nichts tun!

 

Kyrie eleison.

 

 

(31. März 2018)

 

 

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