Samstag, 24. Februar 2018
Eleison Kommentare DLIV (554)

Heute Eltern sein — II

Bischof Williamsons Eleison Kommentare,
Nummer DLIV (554)

Liebe Eltern, Sie können heute nicht mehr viel gestalten;
Doch das Natürliche, Physische und Menschliche im Blick behalten.

 

Als die Eltern unter den Lesern letzte Woche an dieser Stelle die Frage vernahmen, ob sie auch wüßten, was heutzutage die Elternschaft erfordert, so verstanden sie das hoffentlich nicht als Anschuldigung. Denn sie stehen unter starkem Druck seitens des gesamten Umfeldes, welches ihre Kinder umgibt. Doch wenn Seelen unter Druck stehen, so verlangt Gott nicht von ihnen, das Unmögliche zu tun, sondern nur das zu leisten, was auch in ihrer Macht steht. So erklärt der ehrwürdige Pfarrer Bartholomäus Holzhauser über den Brief an die zweite der sieben Kirchen Asiens (Offenbarung 2, 8—11), welche dem Zeitalter der Märtyrer entspricht, daß die Katholiken von Smyrna deshalb keine Zurechtweisung und keine Vorwürfe vom Hl. Geist erhalten, weil Gläubige während der Verfolgung der Ermutigung statt der Kritik bedürfen.

Eltern, welche die Seelen ihrer Kinder zu retten versuchen, leiden heutzutage weiß Gott unter Verfolgung – noch ist es keine blutige, aber doch eine äußerst intensive. Wenn beispielsweise die Menschen der „Künstlichen Intelligenz“ (KI) sich zuwenden, um einen Roboter zu ihrem Gott zu erheben, so verlieren sie nicht nur den einzig wahren Gott, sondern auch jede Vorstellung vom Unterschied zwischen Geist und Maschine, ganz zu schweigen vom Unterschied zwischen Mann und Weib oder zwischen Eltern und Kindern. Wie könnte ein Umfeld, welches seine Zukunft einer „Künstlichen Intelligenz“ anvertraut, auch nur ansatzweise Verständnis oder Mitgefühl für die Familie aufbringen, so wie Gott sie erschaffen hat?

Ein Leser schrieb, daß der östliche Kommunismus jeden Abweichler brutal behandelte, doch war wenigstens der Feind des Heils erkennbar. Wohingegen der heutige Konsumismus, wie die Ideologie in Ost und West am ehesten genannt werden kann, viel feinsinniger, d. h. raffinierter vorgeht: Anstatt seine Gegner zu brutalisieren, drängt er sie lediglich ab und macht aus den wahren Katholiken „Abnormale,“ während doch ihre Kinder so ganz „normal“ sein wollen und Schlauphone (engl. Smartphone) haben möchten wie alle anderen Kinder auch, usw. Der Konsumismus glitzert wie seine bunten Lämpchen und verwandelt so die Kinder in gedankenlose Roboter: gerade klug genug, um die Technologie und die Maschinen bedienen zu können, doch mit keiner Vorstellung ausgestattet von den wesentlichen menschlichen Fragen, weil sie nie im richtigen Lesen unterrichtet wurden, oder im Lesen zwischen den Zeilen, wie man es im Kommunismus mußte. Kurzum sind die Kinder aller Denkwerkzeuge beraubt; eine Generation von Android-Puppen wächst überall um uns herum auf.

Nun folgt als Gegensatz zu dem, was die Eltern nicht tun sollen, die Frage, was sie denn machen können, um ihre Kinder auf den Weg zum Himmel zu bringen (später wird es die eigene freie Entscheidung der Kinder sein, ob sie auf diesem Weg bleiben wollen)? Beginnen wir mit den Prinzipien. Gott existiert und er will alle Kinder retten. Hierfür gewährt er allen von uns die Hilfe seiner Mutter und der unsichtbaren, aber mächtigen Schutzengel, welche aufseiten aller wahren Eltern stehen. Lassen Sie zuhause diese übernatürlichen Wirklichkeiten Teil des täglichen Lebens werden und gleichzeitig den Alltag übernatürlich — wobei der gesunde elterliche Menschenverstand die Kinder davon abhalten wird, abgeschreckt zu werden durch eine künstliche Übersteigerung der Religion.

Widmen Sie sodann auf der natürlichen Ebene den Kindern so viel Zeit, wie nach Ihrem Ermessen sie brauchen. Liebe wird wie folgt buchstabiert: Z E I T. Damit Kinder menschlich werden, dürfen sie nicht von Maschinen, sondern müssen von Menschen geformt werden. Nun sind die naturgegebenen Former der Kinder ihre Eltern, welche einen enormen natürlichen Einfluß auf ihre Kinder besitzen, wenn die Eltern diesen auch nutzen, anstatt auf ihn zu verzichten. Sorgen Sie für das regelmäßige Familienessen an einem Tisch und reden Sie während der Mahlzeiten. Ein chinesisches Sprichwort lautet: „Unterweisen Sie Ihre Kinder am Tisch, Ihre Ehefrau hingegen auf dem Kissen.“ Sprechen Sie über Politik, insbesondere über den Unterschied zwischen der Wirklichkeit und dem, was die Medien als solche verkaufen. Ermahnen Sie die Kinder, außerhalb des Hauses vorsichtig zu sein, aber sagen Sie ihnen die Wahrheit über die Zwillingstürme („9/11“) und über den Ungeheuren Schwindel (jenen zwischen fünf und sieben Millionen). Wahrlich, erzählen Sie ihnen davon, sobald sie zu verstehen fähig sind (doch nicht vorher), damit sie erkennen, in welch einer Lügenwelt wir leben müssen, und wie Gott sie als gerechte Strafe für unseren Glaubensabfall zuläßt. Fügen Sie immer die religiöse Dimension bei, weil sie bei allem vorhanden ist, denn die Kinder müssen lernen, daß stets auf Gott es ankommt. Jedoch geschieht dies nicht nur durch Frömmigkeit, wie unsere liebe Frau von Fatima zeigt, als sie sowohl das Rosenkranzgebet als auch die konkrete Weihe Rußlands fordert.

Verbannen Sie auf der praktischen Ebene zudem so viel Elektronik aus dem Haus wie möglich. Unterweisen Sie sodann die Kindern darin, warum Sie den Fernseher und das Schlauphon unter Ihrem Dach nicht dulden, und wenn Sie ohne das weltweite Internetz nicht auskommen können, unterrichten Sie die Kinder, warum es unter physikalischem (nicht nur elektronischem) Schloß und Riegel ist. Und führen Sie die Hände Ihrer Kinder zur Arbeit hin; die Buben dazu, ein Motorrad zu zerlegen, oder zu schreinern, und die Mädchen zum Nähen und Kochen, und dabei immer die Hände am Rosenkranz. Versuchen Sie anstatt des Fernsehens jeden Abend eine Familienlesung aus Maria Valtortas „Gedicht des Mensch-Gottes.“ Scheint das lächerlich? Probieren Sie es aus und Sie könnten dann herausfinden, daß dieses „Gedicht“ Gottes eigene Antwort auf das Fernsehgerät ist.

 

Kyrie eleison.

 

 

(24. Februar 2018)

 

 

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