Freitag, 14. Juli 2017
Trauer und Hoffnung

Der Herrgott hat seinen Missionar Hw. Tropper zu sich berufen

Am 12. Juli 2017 ist Konsistorialrat Mag. Karl Tropper nach mit Geduld ertragener Krankheit verstorben. Nachstehend eine Würdigung seines segensreichen Wirkens, das anläßlich des Antritts seines Ruhestandes als Priester von St. Veit am Vogau geschrieben wurde.

Hw. Tropper in seiner Pfarrkirche St. Veit am Vogau in der Südsteiermark im Schutze von Mutter Gottes mit Kind. Ein unermüdlicher Missionar Gottes, der den unverfälschten katholischen Glauben vertrat, trotz der daraus resultierenden Anfeindungen und Drohungen, auch aus der eigenen Problemdiözese Graz-Seckau [Photo: G. Schneeweiß-Arnoldstein/kreuz-net]

Verdiente Priesterpersönlichkeit

Bei dieser Feier [am 25. August 2013 anläßlich des Antritts seines Ruhestandes] wurde auch mir wie so vielen anderen neuerlich bewußt, was diese vielseitige Priesterpersönlichkeit für unser Land und die Katholische Kirche bisher schon geleistet hat.

Curriculum

Karl Tropper wurde am 23. Oktober 1937 in Glojach geboren und erlebte als Kind noch den Krieg am Rand der Front.

Nach dem Besuch des Bischöflichen Gymnasiums und Seminars in der Zeit von 1948 bis 1956 studierte er von 1956 bis 1961 an den Universitäten Graz, Tübingen und Bonn.

Seine erste Anstellung führte ihn von 1961 bis 1963 als Kaplan nach Bad Waltersdorf und anschließend bis zum Jahr 1968 als Kaplan nach Eibiswald und für ein Jahr nach Stainz.

Nach Ablegung der AHS-Professur unterrichtete er Religion im Gymnasium in Deutschlandsberg, war anschließend Provisor in St. Ulrich im Greith und Aushilfskaplan in Stainz.

Von 1971 bis 1978 unterrichtete er auch als Spiritual am Bischöflichen Gymnasium das Fach Religion, wo er nach Aussagen ehemaliger Schüler großen Wert auf eine umfassende Bildung seiner Schüler legte und diese auch durch Buchspenden z. T. entsprechend förderte.

Missionierung und CSI

Ab 1971 bis 1989 war er als Missionsreferent der Diözese tätig und in den Jahren 1975 bzw. 1978 Leiter des Büros von CSI Österreich, das er mitbegründet hat.

Das führte zu internationalen Kontakten zu Bischöfen, Missionspriestern und sonstigen hochrangigen Persönlichkeiten wie z. B. Christa Meves, das Ehepaar Inge und Max Thürkauf, Josip Terelja aus der Ukraine, den Schachgroßmeister Ludek Pachman (der Anfang der 80er Jahre bereits das Ende der Sowjetunion prophezeite), Hansjörg Stücklberger (Gründer von CSI), Sabatina James, Tatiana Goritschewa usw. die er in Folge auch für interessante Vorträge in die Steiermark einlud, die von unzähligen Teilnehmern weit über unsere Landesgrenzen hinaus, besucht wurden.

Etwas von der Größe dieses bescheidenen Priesters ließ Tatiana Goritschewa anklingen, als sie ihn bei ihrem Besuch in St. Veit mit dem Hinweis bedachte: „Dieser Mann hat durch seinen Einsatz unzählige Menschenleben gerettet!“

1978 bis 1981 war er geistlicher Leiter bzw. Rektor des Bildungshauses Maria Trost und im Jahr 1980 auch Provisor der Pfarre Graz-Kroisbach.

Pfarre St. Veit am Vogau

Vom 1. September 1981 bis 1989 war er als „Seelsorger“ in der Pfarre St. Veit am Vogau und Gabersdorf. In dieser Zeit war er auch für drei Jahre Provisor in Straß/Steiermark.

Mit der Übernahme der inzwischen wieder eigenständigen Pfarre St. Veit/Vogau am 1. September 1989 war er auch weiterhin für zwei Jahre Pfarrer in Gabersdorf und im Jahr 2002 wieder kurzfristig Provisor von Gabersdorf und Straß.

In dieser Zeit wurden nicht nur aufwendige Renovierungsarbeiten wie z. B. an der alten klangvollen Orgel durchgeführt, sondern Pfarrer Tropper achtete auch auf die „Innenrenovierung“ seiner Pfarrangehörigen. Zu diesem Zweck wurden nicht nur mehrere Pfarrmissionen, Einkehrtage usw. durchgeführt, sondern auch das berühmte und lesenswerte St. Veiter Pfarrblatt herausgegeben, das mit Kommentaren zum aktuellen Weltgeschehen versehen, zum Diskutieren und Nachdenken anregte. Für seine engsten Mitarbeiter verfaßte er noch extra umfangreiche Briefe zur theologischen Schulung.

Neben dem Aufbau der Öffentlichen Bibliothek und Spielothek St. Veit am Vogau versuchte er auch mittels umfangreichen Schriftenstand in der Pfarrkirche dem derzeitigen Verdunsten des Glaubenswissens aktiv entgegen zu wirken.

Für die Kinder war der Korb mit ansprechender Lektüre in der Kirche immer gut gefüllt.

Daß unser Herr Pfarrer Tropper viel Sinn für Humor und Lebensfreude hat, bewies er nicht nur mit der Herausgabe von ansprechend und niveauvollen Faschingspfarrblättern sondern auch mit der Einführung des Pfarrfestes in Straß und St. Veit.

Jugend als besonderes Anliegen

Pfarrer Tropper war es, der z. B. Jugendlichen immer wieder die Teilnahme an Weltjugendtagen bzw. Romaufenthalte ermöglichte. Um die Jugendlichen für ein Leben in Einklang mit Gottes Geboten zu begeistern, organisierte er TEEN – Star Kurse bzw. Meeraufenthalte in einem Haus in Donja Klada in Kroatien, das er renovieren ließ, wo die teilnehmenden Jugendlichen von gläubigen Familien betreut wurden.

Daß ihm die Jugendlichen besonders am Herzen lagen, bewies er schließlich auch mit der Herausgabe eines eigenen Jugendpfarrblattes.

Um der allgemein hohen Scheidungsrate entgegenzuwirken, besuchte er mit interessierten Ehepaaren den Familienkongreß in Wien und baute er Brücken zur Schönstattbewegung, die gerne angenommen wurden. So wurden zwei Familienfeste und unzählige Familienrunden im Pfarrheim von ihm mit organisiert. Die Folge davon war, daß eine große Schar Pfarrangehöriger die Familienakademie besuchte und sich als Vortragende ausbilden ließ.

Nach einem schweren Bergunglück, bei dem auch mehrere Jugendliche aus seiner Pfarre schwer verletzt wurden bzw. ums Leben kamen, führte er das äußerst segensreiche „Nachtgebet“ ein.

Bedeutung der Beichte

Pfarrer Tropper hat uns durch seine Güte und Barmherzigkeit im Beichtgespräch immer wieder für dieses heilende Sakrament geworben und war nicht nur selbst vor der Messe immer im Beichtstuhl, sondern hat oft auch durchreisende bzw. auswärtige Priester für diesen Dienst in unsere Pfarre gebeten. So konnte ich selbst an den strahlenden Kindergesichtern erkennen, wie gut er es verstand, den Leuten klarzumachen, das Bußsakrament als Wohltat und Befreiung so oft als möglich in Anspruch zu nehmen.

Über alle Schranken und Hindernisse wandte es sich entsprechend dem Vorbild seines Herrn allen zu, gerade den Leidenden, Einsamen und Kranken. Für sie war er Tag und Nacht erreichbar. Seine Sorge um die Kranken veranlaßte ihn, zusätzlich die Monatsversehgänge am Herz Jesu Freitag einzuführen. So kam er in die Häuser der Kranken und konnte auf diese Art und Weise viel zur körperlichen und seelischen Rettung beitragen.

Er gab den Anstoß, Seniorenrunden zu organisieren und im Zuge dessen ergab sich dann auch eine Partnerschaft zu den Murauer Senioren.

Durch die Orgelrenovierung im Jahr 2002 kam er auf die Idee, nicht nur die Kochkünste der St. Veiter in einer Ringmappe zu verewigen, sondern auch lustige und nachdenkliche Ereignisse darin schriftlich festzuhalten.

Besonders die Senioren waren ihm sehr dankbar für die monatliche Betreuung zu Hause oder in den Dorfkapellen, die er regelmäßig aufsuchte, um mit der Dorfbevölkerung das Hl. Meßopfer zu feiern.

Diese Dorfkapellen und christlichen Wahrzeichen in den Dörfern seiner Pfarre bat er auch zu renovieren und ging selbst mit gutem Beispiel im Fall des neu errichteten Friedhofskreuzes und dem eindrucksvoll gestalteten Kreuzweg hinter der Kirche voran.

Wirken über Grenzen hinweg

Er war auch einer der wenigen Pfarrer, die in der Jugoslawienkrise arme betroffene Priester mit Medikamenten und Geld geholfen haben.

Für das vor 20 Jahren neu errichtete Pfarrhaus in Arad-Shega in Rumänien war er ein wesentlicher Motor, wie auch seit mehr als 10 Jahren für die Betreuung der Pfarre Kolibe in Bosnien.

Ein weiterer Höhepunkt war sicherlich auch die Weihe der Glocke: „Maria, Königin der Familien“ nach seiner schweren Erkrankung 2007. Damit brachte er zum Ausdruck, daß Christsein für ihn nicht nur bedeutete, sich solidarisch und kritisch gegenüber der Gesellschaft zu verhalten, sondern auch über die Welt hinaus zu weisen auf einen gütigen und menschenfreundlichen Gott hin.

Das mag wohl auch den Anstoß gegeben haben, ein Buch mit dem Titel: „Christi Kreuz … das unauslesbare Buch“ heraus zu geben, das jetzt noch über ihn bezogen werden kann.

Hauptaugenmerk legte Pfarrer Tropper immer auf die, von ihm mit viel Achtsamkeit und Liebe vorbereitete und gefeierte Liturgie.

Ansprechende und wertvolle Musik sowie Schönheit im Kult war für ihn kein Luxus, sondern Teilhabe am Glanz Gottes.

Damit war er sicherlich auch in einer gewissen Art und Weise missionarisch.

Er, der sich so mühte, das Evangelium immer tiefer zu erfassen, konnte darüber einfach nicht schweigen oder so tun, als ob ihn das Seelenheil seiner anvertrauten Gemeindemitglieder nicht sonderlich berühren würde.

Er hat uns auch immer seine neuen Erkenntnisse auf diesem Gebiet zukommen lassen, um uns an diesem unaussprechlichen Geheimnis Gottes in würdiger Weise teilhaben zu lassen.

In seinen Predigten und Fürbitten holte er oft weit aus, um dann die zentrale Botschaft wie ein Samenkorn in unser Herz eindringen zu lassen. Dabei ist er den großen Fragen rund um unsere Zukunft und unserer Lebensgestaltung nicht ausgewichen, sondern hat immer wieder konkret zu den drängenden Fragen und Sorgen seiner Gemeinde Stellung bezogen.

Und das haben die Menschen mit hinausgenommen und anschließend im Gasthaus, auf dem Kirchplatz und daheim durchdiskutiert und besprochen – ja man kann sagen: auf diese Weise hat das lebendige Wort Gottes in unserer Pfarrgemeinde niemanden kalt gelassen.

Damit hat er sich aber auch selbst in die Kreuzesnachfolge Jesu Christi gestellt.

Beten Sie für diesen großartigen Priester …

 

Beitrag von Anna Fellner, St. Veit am Vogau, 2013

„Nec laudibus nec timore!“

Seliger Clemens August Kardinal von Galen, Wahlspruch

Es gelten die traditionellen katholischen Begriffsdefinitionen.

 
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