Samstag, 24. September 2016
Eleison Kommentare CDLXXX (480)

Schöner Käse

Bischof Williamsons Eleison Kommentare,
Nummer CDLXXX (480)

Der Köder am Haken wird dem Fisch zum Verderben
Voller Gier beisst er zu – und muss jämmerlich sterben
.

 

In Australien hat der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X. erst vor einem Monat ein idyllisches Bild der — wie er hofft — unmittelbar bevorstehenden Unterwerfung der Bruderschaft unter die konziliären Amtsträger Roms gezeichnet. Aus seiner langen Ansprache seien hier einige wichtige Bemerkungen zitiert, die wir teils zusammenfassend, teils wortwörtlich (in Kursivschrift) wiedergeben:

[…] Rom bietet uns eine neue Struktur. Ihr Oberhaupt wird ein Bischof sein, gewählt vom Papst anhand einer Liste von drei Angehörigen der Bruderschaft, die von der Bruderschaft bestimmt worden sind. Er wird Autorität über die Priester, über sämtliche Ordensmitglieder, die der neuen Struktur beizutreten wünschen, sowie über die derselben angehörenden Katholiken besitzen. Letzteren wird das absolute Recht zustehen, von Priestern, die Mitglieder der Bruderschaft sind, alle Sakramente einschliesslich der Heirat zu erhalten. Dieser Bischof wird befugt sein, Schulen und Seminare zu gründen, (Priester) zu weihen, neue religiöse Kongregationen zu errichten. Die Struktur wird wie eine Superdiözese sein, unabhängig von allen Ortsbischöfen. In anderen Worten, für euch Gläubige wird es keine Veränderung dessen geben, was ihr als Mitglieder der Bruderschaft bereits geniesst. Der einzige Unterschied wird darin bestehen, dass ihr offiziell als Katholiken anerkannt sein werdet.

Ihr könnt euch leicht vorstellen, dass es zu Konflikten mit den lokalen Bischöfen kommen wird. Deshalb müssen wir vorsichtig sein, doch so, wie die Dinge stehen, kann man sich nichts Besseres vorstellen als dieses Angebot, welches solcher Art ist, dass man es nicht für eine Falle halten kann. Es ist keine Falle, und wenn uns jemand ein solches Angebot unterbreitet, kann der Grund dafür einzig und allein darin liegen, dass er uns Gutes wünscht. Er will, dass die Tradition innerhalb der Kirche gedeihe und blühe. Ein solches Angebot könnte unmöglich von unseren Feinden kommen. Sie können uns mit vielen anderen Mitteln vernichten, aber nicht auf diese Weise […].

 
Die hier in Fettdruck hervorgehobenen Bemerkungen erfordern einen Kommentar.

Eine „neue Struktur“ bedeutet vermutlich, dass Erzbischof Lefebvres Struktur der Priesterbruderschaft im Wesentlichen aufgegeben werden wird. Rom schafft eine vollkommen neue Kongregation. Lebe wohl, liebe Priesterbruderschaft St. Pius X.

Ein „vom Papst gewählter Bischof“ ist ausserordentlich wichtig. Und das Oberhaupt der „neuen Struktur“ wird mit aller Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft vom Papst ernannt werden. Fragen Sie die Petrusbruderschaft, was das bedeutet. In den neunziger Jahren bedeutete es, dass der von ihr selbst gewählte Generalobere von Rom abgelehnt und Roms eigen er Wunschkandidat (Pater A.D.) der Petrusbruderschaft aufgezwungen wurde, um sie auf Vordermann zu bringen.

Man beachte auch, dass es diesem Bischof zwar erlaubt sein wird, „(Priester) zu weihen“, nicht jedoch Bischöfe. Rom wird die neue Organisation also an der Kandare halten können.

„Es wird keine Veränderung geben“? Aber sicher wird es eine solche geben! Rom wird fortan das Sagen haben.

„Ihr werden offiziell anerkannt sein“ — doch welcher Katholik braucht irgendwelche Anerkennung seitens solcher Zerstörer der Kirche, wie es deren gegenwärtige neomodernistischen Beamten sind? Eine jegliche solche Anerkennung kann nur ein schlechtes Zeichen sein.

„Keine Falle …“? Dieser ganze Absatz ist fürwahr bemerkenswert. Der Autor dieser „Kommentare“ sieht sich genötigt, hier eine Anleihe bei Mickey Mouse und dessen geliebter Minnie Mouse vorzunehmen:

Mickey: Liebling, kannst du den köstlichen Käse auch riechen, den ich riechen kann? Oh schau, da ist er!

Minnie: Aber Mickey, das ist eine Mäusefalle, die der Besitzer des Hauses aufgestellt hat, um uns loszuwerden. Kannst du das denn nicht sehen?

Mickey: Es kann keine Falle sein! Ich sage dir, wenn uns jemand einen so guten Käse anbietet, kann der Grund dafür einzig und allein darin liegen, dass er uns Gutes wünscht. Es ist klar, dass er uns Mäuse in seinem Haus gedeihen und blühen sehen will.

Minnie: (Flehentlich) Oh Mickey, hast du denn wirklich vergessen, wie viele von uns Mäusen auf diese Weise gestorben sind?

Mickey: Ich sage dir zum letzten Mal — und ich irre mich nie —, dass ein solch köstlicher Käse ganz unmöglich von unseren Feinden kommen kann! Sie könnten uns niemals auf diese Weise vernichten.

Minnie: (Mit einem tiefen Seufzer) Es gibt keine klügere Weise, uns zu vernichten! Und wie viele unserer Freunde und Verwandten werden dir noch folgen? Ach, dieser männliche Stolz!

 
Bitte, liebe Leser, sehen Sie mir diesen Spass nach. Ich fürchte, wir haben es mit einem echten Disneyland zu tun.

 

Kyrie eleison.

 

(24. September 2016)

 

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