Samstag, 19. Dezember 2015
Eleison Kommentare CDXXXX (440)

Ankunft des Messias

Bischof Williamsons Eleison Kommentare,
Nummer CDXXXX (440)

Der Retter der Welt liegt im Stroh dort kalt —
Ihn nimmermehr zu verletzen, gib o Gott, bald!

 

Wie groß ist doch der Gegensatz zwischen der heutigen Weihnachtszeit in den einst christlichen Nationen, und den über das Alte Testament verteilten Prophezeihungen der Ankunft des Messias. Dieser Gegensatz markiert den Beginn und das Ende dieser Nationen. Die Ankunft Christi, welche von den Juden rund zweitausend Jahre lang vorbereitet worden war, schmiedete durch seine Kirche diese Nationen (der Heiden), um den Gottesdienst aufzugreifen, welchen die Juden auf geheimnisvolle Weise aufzugeben beschlossen hatten. Und heute ist das Ende der Zeit dieser Nationen gekommen, weil nun wiederum sie dabei sind, Gott aufzugeben. Wir tun gut daran, die Herrlichkeit und unendliche Größe der messianischen Mission in unser Gedächtnis zu rufen, aber auch die Schwere unserer Abkehr von ihm; und dies möchten wir durch eine zufällige Auswahl aus hunderten von messianischen Zitaten aus dem Alten Testament machen:

1. David (1000 vor Christus): Die Juden werden den Messias verleugnen (Psalm 21,7—8). Er wird die Heiden bekehren (Ps. 21,28). Ein Jünger wird ihn verraten (Ps. 40, 10). Er wird in seiner Qual verspottet werden (Ps. 21, 7—9). Seine Feinde werden seine Hände und Füße durchbohren und über sein Gewand das Los werfen (Ps. 21,17 u. 19). Sie werden ihm Essig zu trinken geben (Ps. 68,22).

2. Isaias (720 v.Chr.): Der Messias wird die Nationen bekehren (2,2—3). Er wird aus einer Jungfrau geboren werden (7,14). Könige werden ihn als Kind anbeten (9,6—7). Er wird einen Wegbereiter haben, welcher das Volk auf ihn vorbereitet (40,3—4). Er wird die Güte in Person sein (42,1—3). Er wird der Mann der Schmerzen sein (53,3). Er wird sein Leben hingeben für unsere Missetaten (53,5). Er wird keinen Klagelaut von sich geben (53,7). Er wird als Verbrecher dargestellt werden (53,12). Er wird über die Welt regieren (55,5). Seine Braut, die Kirche, wird ihm eine Vielzahl von Kindern schenken (66,18—23).

3. Hosea (600 v.Chr.): Der Messias wird auf Anweisung seines Vaters aus Ägypten zurückkehren (11,1). Er wird die Nationen bekehren (2,19—24). Als Strafe für das Verleugnen von ihm werden die Juden über die ganze Welt zerstreut werden (9,17).

4. Micha (600 v.Chr.): Der Messias wird in Betlehem geboren werden und Gott und Mensch zugleich sein (5,2). Er wird die Nationen bekehren (4, 2—3). Er wird unsere Versöhnung sein (7,18—20).

5. Joël (600 v.Chr.): Der Messias wird den Heiligen Geist über seine Kirche ausgießen und die Gläubigen werden prophetisch sprechen (2,28—29). Der Messias wird in großer Macht kommen und die ganze Welt richten (3,2).

6. Jeremias (600 v.Chr.): Die Geburt des Messias wird bekannt werden über die Tötung unschuldiger Kinder, worüber ihre Mütter wehklagen werden (31,18). Er wird die Nationen bekehren und einen, den ersten Bund weit übertreffenden, Neuen Bund mit dem Volk schließen (31,31—34).

7. Ezechiel (580 v.Chr.): Der Messias wird aus dem Stamme Davids kommen (17,22). Er wird die Krone des königlichen Hauses Davids empfangen (21,27).

8. Daniel (500 v.Chr.): In 490 Jahren nach dem Erlaß, Jerusalem nach der Babylonischen Gefangenschaft wiederaufzubauen, wird der Messias kommen. Er wird die Herrschaft der Tugend wiederherstellen; die Juden werden ihn verleugnen und zu Tode bringen; der Tempel und Jerusalem werden zerstört werden; die Juden werden bis zum Ende der Zeit in einem Zustand der Verwüstung sein (9,24—27).

Beim Lesen dieser Zitate kommt uns in Erinnerung, wie untrennbar der Messias von seinem Volk der Juden gewesen war und wie dennoch seither die Juden von ihm sich getrennt haben. Also erhob Gott durch den Messias ein neues Volk — nicht mehr durch die Rasse, sondern durch den Glauben auserwählt —, doch nun schwelgt auch dieses neue Volk im Materialismus. O Herr, gewähre uns zu dieser Ja hreszeit die Erinnerung daran, wie der Messias die Welt verändert hat, und wie heute, abgewandt von ihm, sie auf furchtbare Weise sich zurückverändert.

 

Kyrie eleison.

 

(19. Dezember 2015)

 

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