Samstag, 28. November 2015
Eleison Kommentare CDXXXVII (437)

Novus Ordo Missae — II.

Bischof Williamsons Eleison Kommentare,
Nummer CDXXXVII (437)

Es sind eucharistische Wunder dort,
Wo Gott selbst ist wirklich vor Ort.

 

Tatsachen sind hartnäckig — solange sie Tatsachen sind. Wenn Leser bezweifeln, daß das eucharistische Wunder von 1996 in Buenos Aires eine Tatsache ist, sollten sie eigene Forschungen durchführen: Das Youtube-Video http://youtu.be/3gPAbD43fTI könnte als Ausgangspunkt dienen. Wenn die Erforschung dieses Falles sie nicht überzeugt, dürften sie den parallelen Fall aus Sokó?ka in Polen sich anschauen, wo ein ganzes Wallfahrtszentrum um ein 2008 aufgetretenes eucharistisches Wunder entstand (http://jloughnan.tripod.com/sokolka.htm). Mit ein wenig mehr Forschung im Weltnetz würde man sicherlich auf weitere solcher Novus-Ordo-Wunder stoßen, wobei zumindest ein paar von ihnen zuverlässig wären.

Doch wie ist das möglich? Traditionelle Katholiken nehmen mit der Muttermilch auf, daß der neue Meßritus (NOM) ein Greuel in den Augen Gottes ist, und dazu beitrug, daß unzählige Katholiken den Glauben verloren. Der Grund ist, daß der NOM, genau wie das Zweite Vatikanische Konzil welchem er folgte, doppeldeutig ist, die Häresie begünstigt und sehr viele Seelen aus der Kirche weggeführt hat, weil die regelmäßige Teilnahme am protestantisierten Ritus sie praktisch in Protestanten verwandelt hat. Den meisten Traditionskatholiken sollten die ernsthaften dogmatischen Probleme dieses neuen Meßritus’ bekannt sein, welcher so konzipiert wurde, um die grundlegenden katholischen Lehren von der Realpräsenz, vom Sühneopfer und vom opfernden Priestertum abzuschwächen. Wie kann dann Gott damit eucharistische Wunder wirken, wovon eines aus Sokó?ka einen nationalen Wallfahrtsort für ganz Polen gemacht hat?

Doktrinell ist der NOM doppeldeutig und steht halbwegs zwischen der Religion Gottes und der konziliaren Religion des Menschen. Nun aber in Glaubensfragen ist die Doppeldeutigkeit tödlich, weil sie normalerweise konstruiert wird, um den Glauben zu untergraben , was der NOM vielfach tut. Aber gerade weil Doppeldeutigkeit für zwei Deutungen offen ist, schließt der NOM die alte Religion nicht völlig aus. Ein echt frommer Priester kann die Doppeldeutigkeit in die alte Richtung leiten. Das macht den NOM nicht als solchen annehmbar, weil seine wesenhafte Doppeldeutigkeit nach wie vor die neue Richtung bevorzugt, aber es bedeutet beispielsweise, daß die Wandlung immer noch gültig sein kann, was Erzbischof Lefebvre auch nie bestritten hat. Wenn die eucharistischen Wunder echt sind, dann können ferner eindeutigerweise auch nicht alle Bischofs- und Priesterweihen des neuen Ritus ungültig sein. Kurz gesagt: Der NOM an sich ist als Ganzes und in Teilen schlecht, nicht jedoch in allen seinen Teilen.

Stellen wir uns nun mit der größten Achtung vor, was der Allmächtige Gott vom neuen Meßritus hält. Auf der einen Seite liebt Gott seine Kirche wie seinen Augapfel und wird sie bis zum Ende der Welt erhalten (siehe Matthäus 16,18). Auf der anderen Seite hat er entschieden, die Kirchenleitung menschlichen und fehlbaren Kirchenmännern zu überlassen, welche er zwar führen wird, deren freiem Willen er aber offensichtlich einen so bemerkenswerten Grad an Spielraum zubilligt, daß diese die Kirche gut oder schlecht führen können — beginnend mit dem Verrat an seinem eigenen Sohn. In der heutigen Zeit nun sieht die Revolution — sei sie jüdisch, freimaurerisch, kommunistisch oder globalistisch — ihren Hauptgegner in Gottes Kirche, und die Revolution hat daher versucht, insbesondere durch die Führungskräfte der Kirche, sie zum Einsturz zu bringen. Der schrecklichste Erfolg der Revolution war das Zweite Vatikanum und der NOM, was sicherlich mehr die Schuld der Hirten als der Schafe war. „Die Festung wird sogar von denen verraten, welche sie hätten verteidigen sollen,“ sagte der heilige John Fisher an einem parallelen Zeitpunkt der Reformation. Wie wird Gott dann um seine Schafe sich kümmern, von denen viele nicht alle — relativ unschuldig am Verrat des Konzils sind?

Nach dem Zweiten Vatikanum besaßen einige Priester und Laien die Gnade, sofort zu erkennen, daß es ein Verrat war, und so kam innerhalb von ein paar Jahren die traditionelle Bewegung zustande. Anderen Schäfchen schenkte Gott die Gnade, die Situation erst später zu verstehen. Aber können wir nicht alle anerkennen, daß es viele gute Katholiken gibt, die auf ihre Bischöfe vertrauten, so wie gute Katholiken es normalerweise tun sollten? Und bestanden nicht diese Bischöfe auf der Lüge, daß der NOM keinen Unterschied zur wahren Messe darstelle? Was das Zweite Vatikanum und den NOM vor allem spezifizierte, war gerade die Amtlichkeit der modernistischen Häresie in der Kirche. Wäre es also nicht einleuchtend, daß solche Schäfchen als Strafe für ihre moderne Weltlichkeit den wahren Ritus der Messe weitgehend verlieren, während sie als Belohnung für ihre noch bestehende Sehnsucht nach der Messe wenigstens eine gültige Messe nicht verlieren? Die Zukunft der Kirche ist aber von jenen Seelen abhängig, welche die Revolution durchaus verstehen und alle Zweideutigkeiten des Zweiten Vatikanum und des NOM vollständig ablehnen.

 

Kyrie eleison.

 

(28. November 2015)

 

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