Samstag, 12. September 2015
Eleison Kommentare CDXXVI (426)

Valtorta-Verteidigung

Bischof Williamsons Eleison Kommentare,
Nummer CDXXVI (426)

„Das Poem des Mensch-Gottes“ – Geschichte erhaben,
Um an der Wahrheit des Evangeliums heute zu laben
.

 

Maria Valtorta (1897—1961) beschrieb in ihrem italienischsprachigen, zehnbändigen Werk „Das Poem des Mensch-Gottes“ (im Deutschen auch als „Der Gottmensch“ bekannt) in den 1940er Jahren das Leben unseres Herrn. In den 1970er Jahren soll der italienische Priester Don Ottavio Michelini angeblich von unserem Herrn persönlich die folgenden Worte gesagt bekommen haben:

„Ich habe der Opferseele Maria Valtorta ein wunderbares Werk diktiert („Das Poem des Mensch-Gottes“). Ich bin der Autor dieses Werkes. Du selbst, mein Sohn, hast erlebt, wie wütend der Teufel auf dieses Werk reagiert . . . . Du hast selbst gesehen, mit welchem Widerstand viele Priester diesem Werk sich widersetzen … Würde es — ich sage nun nicht »gelesen,« sondern — studiert und darüber meditiert, so würde es den Seelen immens Gutes tun. Dieses Werk ist ein Urquell an ernsthafter und solider Kultur … Es ist ein Werk von Weisheit und der göttlichen Vorsehung für die neue Zeit. Es ist eine Quelle des Lebens und des reinen Wassers. Es ist Ich, das lebendige und ewige Wort, das sich von neuem als Nahrung für die Seelen gibt, die ich liebe. Ich selber bin das Licht, und das Licht kann weder mit der Dunkelheit verwechselt werden, noch mit ihr sich vermischen. Wo ich bin, da lichtet die Dunkelheit sich und bahnt dem Licht den Weg.“

Maria Valtorta ist im 20. Jahrhundert die Entsprechung von Maria von Agreda und Anna-Katharina Emmerich aus dem 17. bzw. 19. Jahrhundert. Die beiden älteren visionären Frauen haben heute weithin Anerkennung in der katholischen Kirche erreicht, jedoch ist Maria Valtorta noch umstritten. Man kann zugeben, daß ihr „Poem“ nicht nach jedermanns Geschmack ist, und daß es niemandem aufgezwungen werden sollte. Es ist kein Ersatz für das Evangelium und ist nicht heilsnotwendig. Auch mag es höchst zweifelhaft erscheinen, das Werk eines angeblichen Visionärs mit den Worten eines anderen angeblichen Visionärs zu stützen, insbesondere, wenn der unterstützende Kronzeuge so wenig bekannt ist wie Don Michelini.

 

Dennoch gibt es Seelen auf der ganzen Welt, auf welche das „Poem“ wie ein erstaunliches Geschenk Gottes gewirkt hat und welchen es schien, als ob das Werk so konstruiert worden wäre, um die geistige Not unserer Zeit zu lindern, die für viele immer unerträglicher wird. Daher wagen diese „Kommentare“ noch einmal, den Lesern Argumente aufzuzählen, warum sie das Zeugnis von Don Michelini ernst nehmen und für das „Poem“ sich interessieren dürfen, um möglicherweise davon zu profitieren, bevor Gott auf spektakuläre Weise eingreift, um die Bedrängnis aufzuheben. Die Argumente sind eine sehr kurze Zusammenfassung der sieben Gründe, welche Jesus angeblich am Ende des „Poems“ angibt als Begründung dafür, warum er den Inhalt des „Poems“ an Maria Valtorta offenbarte:

1) Doktrin. Während der Modernismus die unveränderliche Lehre der Kirche unterhöhlt, müssen die Seelen erkennen, wie ich dieselbige Lehre der Kirche von Anfang an gab: göttlich, perfekt, unwandelbar.

2) Liebe. Wenn die Nächstenliebe kalt und sentimental wird, so müssen die Priester und Laien ihre Liebe zu Christus und zu allem Christus Betreffenden, vor allem zu seiner Mutter, wieder-erwecken.

3) Ausrichtung. Wenn die Seelen in so viele verschiedene Richtungen in die Irre gehen, so müssen geistliche Führer erkennen, auf welch vielfältige Weise ich um sie mich kümmerte.

4) Wirklichkeit. Wenn die Liebe so stark verfälscht und besudelt wird, so müssen die Menschen Jesus und Maria als wahre menschliche Wesen aus Fleisch und Blut ansehen, mit einer perfekten Liebe — jedoch wahrhaftig menschlich — zwischen ihnen.

5) Leiden. Wenn überall Bequemlichkeit an erster Stelle steht, so müssen die Lustmenschen lernen, wie lange und unterschiedlic h die Leiden meiner Mutter und mir waren, welche schon Jahrzehnte vor der Passion anfingen.

6) Wort. Wenn die Wörter völlig verfallen sind, so müssen die Menschen den Wert meines Wortes und meiner Worte erkennen, mit welchen die Seelen verwandelt werden, z.B. vom groben Sünder zum großen Apostel.

7) Judas. Wenn das Übel so gefühlsduselig gemacht wird, daß es praktisch geleugnet wird, dann muß den Sündern das Geheimnis der Bosheit in menschlicher Form gezeigt werden, damit sie nicht dem Judas in die Hölle folgen.

 

Kyrie eleison.

 

(12. September 2015)

 

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