Montag, 21. Jänner 2013
Medien

Die kirchennahe „Kleine Zeitung“ belegt Erzbischof Gänswein mit dem Spottnamen „Erzbischof der Eitelkeit“

Die italienische Ausgabe von „Vanity Fair“ kündigt auf dem Umschlag der Nr. 3/2013 ein Portrait des erst kurz zuvor zum Erzbischof ernannten Privatsekretärs von Papst Benedikt XVI. mit „Padre Georg – essere bello non é peccato“ („Pater Georg – schön zu sein, ist keine Sünde“) an.

Quellen: „Kleine Zeitung“ vom 16. Jänner 2013, und „Vanity Fair“, Nr. 3/2013

Auf sechs Seiten wird vom Vatikankenner Andrea Tornielli der – offenbar auch sportlich ambitionierte – Vertraute des Papstes der Leserschaft präsentiert, dessen Lebensweg nachgezeichnet, dessen Weg als Theologe beschrieben.

Exzellenz Gänswein sei ob seines Images eines auch äußerlich attraktiv geltenden Geistlichen und des Beitrags in der Zeitschrift selbst irritiert.

Keine Beteiligung von Erzbischof Gänswein

Nach Aussage des Vatikan-Sprechers Federico Lombardi habe es niemals eine Begegnung zwischen Erzbischof Gänswein und der Zeitschrift gegeben, weder die Zitate noch die Photos (von den Agenturen Betty Images, Contrasto) seien exklusiv oder autorisiert worden.

Spottbezeichnung durch kirchennahe „Kleine Zeitung“

In der Ausgabe vom 16. Jänner 2013, dem Erscheinungstag von „Vanity Fair“, widmet sich das südösterreichische Kleinformatblatt gleich zwei Mal (auf den Seiten 9 und 80) dem Privatsekretär von Papst Benedikt XVI. und bedenkt den Erzbischof mit dem Spottnamen „Erzbischof der Eitelkeit“.

In der Rubrik „E-M@AIL AN … Georg Gänswein“ auf Seite 9 liest man: „Gratuliere Exzellenz! Normalerweise gelten kirchliche Würdenträger ja nicht als Sinnbilder männlicher Schönheit.“ und „Warum lässt sich ein Priester überhaupt auf diese Art von Portrait ein? Offenbar fühlen Sie sich nicht unwohl auf diesem  Jahrmarkt der (Hochglanz-)Eitelkeit. Und Selbige – so sagt der Katechismus – ist eine der sieben Todsünden.“ – So als ob Erzbischof Gänswein für das Portrait Modell gestanden wäre.

So weit wäre es mediale Normalität: Mit dem Angriff und der Lächerlichmachung eines engen Vertrauten sucht man Papst Benedikt XVI. abzuwerten.

Überrascht wird man aber, wenn man sich die Hintergründe der „Kleinen Zeitung“ und ihre Verbindungen zur Diözese ansieht.

Verleger der „Kleinen Zeitung“

Die „Kleine Zeitung“ wurde ab 1904 vom „Katholischen Preßverein in der Diözese“ Graz-Seckau, dessen „Anstalten“ seit 1880 unter „Styria“ firmierten, mit dem Ziel, „im öffentlichen Interesse publizistische Aufgaben in christlichem Geist wahrnehmen und fördern“, verlegt.

Die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft (heute: Styria Media Group AG) erfolgte 1997 – zum Zeitpunkt des nahenden Endes (2001) des Episcopates von Bischof Weber.

Böse Zungen behaupten, daß man die bestehende Eingriffsmöglichkeit des Bischofs in Befürchtung eines konservativen Nachfolgers im Bischofsamt eliminieren wollte.

Die Offenlegung gemäß § 25 MedienG

„Die Styria Media Group AG steht zu 98,33% im Eigentum der Katholischer Medien Verein Privatstiftung, 8010 Graz, Schönaugasse 64;
Stifter: Der Katholischer Medien Verein und die Herren Dr. Josef Heuberger, Dr. h. c. Franz Küberl und Regens Mag. Franz Josef Rauch.“

„Die Styria Media Group AG steht weiters zu 1,67% im Eigentum des Katholischer Medien Verein, 8010 Graz, Franckstraße 21/2;
Dieser hält 1,67% der Aktien und Stimmrechte an der Styria Media Group AG.
Obmann: Univ. Prof. Dr. Dr. h. c. Johann Trummer, Obmann Stellvertreter: Dr. Friedrich Santner, Kassier: Mag. Sieglinde Pailer, Schriftführer: Prof. Dr. Irmtraud Letzner.
Dem Verwaltungsausschuss gehören an: Die Mitglieder des Vorstandes und die Herren Mag. Karl Kalcsics, Univ.Prof. Dr. Manfred Prisching, Regens Mag. Franz Josef Rauch, Dr. Karl Schleinzer, OSR Dr. Horst Bogner, Hofrat Dr. Meinrad Handstanger, Generaldirektor Dr. Othmar Ederer und Generaldirektor Mag. Markus Maier.“

Quelle: http://www.styria.com/de/offenlegung.php

Diözesane Funktionsträger

Beispielsweise ist Msgr. Mag. Franz Rauch Regens des Priesterseminars der Diözese Graz-Seckau, Dr. h.c. Franz Küberl leitet die Caritas, Univ.-Prof. Dr. Johann Trummer gehört der Leitung des Grazer Priesterseminars an, Dr. Josef Heuberger war bis September 2011 Kanzler der Ordinariatskanzlei.

Homosexuellen-Lobbying

Die „Styria“ ist mittlerweile ein Medienkonzern mit einer Vielzahl von Zeitungen, Zeitschriften, elektronischen Medien und Sendern (auch in Slowenien und Kroatien) geworden.

Zu den verlegten Zeitungen gehören in Österreich u.a. auch „Die Presse“ und die linkskatholische Wochenzeitung „Die Furche“.

Die „Kleine Zeitung“ selbst vertritt einen „modernen“ kirchenpolitischen Kurs, förderte z.B. publizistisch massiv die Möglichkeit der „Ehe“-Schließung Homosexueller.

Linkskatholischer Kurs

Unter Bischof Weber bildete sich in der Diözese Graz-Seckau eine eigene, modernistische Ansicht von der Umsetzung des Katholizismus heraus. In diese Zeit fallen auch die meisten Mißbrauchsfälle der Diözese, wie der „ahnungslose“ Altbischof Weber in einem Gespräch kürzlich einräumte.

Umso wichtiger erscheint die Fortführung der Normalisierungsversuche unter S. E. Bischof Kapellari durch einen weiteren Rom-treuen Bischof – idealerweise einen, der nötigen Konflikten nicht aus dem Weg geht.

„Nec laudibus nec timore!“

Seliger Clemens August Kardinal von Galen, Wahlspruch

Es gelten die traditionellen katholischen Begriffsdefinitionen.

 
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