Donnerstag, 27. Februar 2014
Konzilsungeist

Das Fleisch ist willig, doch der Geist ist schwach

Der scheidende Abt von Stift Altenburg kenne „kein einziges theologisches Argument“ gegen Frauenberufungen in der Kirche – zumindest keines, das auch er „verstehen könnte“.

Der scheidende Altenburger Abt Haidinger zeigt fundamentale theologische Kenntnislücken [Bild: „miteinander“)

Stift Altenburg

Das niederösterreichische Stift Altenburg ist ein 1144 durch Schenkung an den Passauer Bischof gegründetes Benediktinerkloster, dessen Erstbesiedelung durch zwölf Benediktinermönche des steirischen Stifts St. Lambrecht erfolgt ist.

Unter der Führung des derzeitigen (Noch-)Abtes Christian Haidinger – er übergibt am 12. März 2014 die Abtwürde an Hw. Thomas Renner – zählt der Convent nun weniger Patres und Fratres als vor 870 Jahren zur Gründungszeit: eine Folge der Verweltlichung des Klerus nach dem II. Vaticanum.

In der Öffentlichkeit wurde Abt Haidinger bis dato vor allem durch seine Zeitgeistaussagen zu Zölibat und zur (nicht möglichen) Zulassung von Frauen zu Weiheämtern bekannt.

Vor allem Letzteres verschafft Abt Haidinger, der seit November 2013 den 85 männlichen (!) Ordensgemeinschaften in Österreich vorsteht, offenbar seit längerem schlaflose Nächte und dauerhafte Tag- und Nachtträume, die er hochmütig für ein „Zeichen Gottes“ hält.

Aufruf zum Ungehorsam

Die Aufforderung von Papst Franz(iscus) an die Ortsbischöfe, sie sollten doch stärker ihre Leitungsaufgaben wahrnehmen (zum Beispiel bei der Missionierung, bei der Stärkung der christlichen Familie etc.) verdreht der konzilsgetriebene Abt Haidinger in einen Aufruf zur Untreue den päpstlichen Anordnungen gegenüber: „Nicht hörig sein, was in Rom berufen wird …“ („Ordensmann für Frauen als Priester“, antikatholischer ORF)

Und eben dieser Ungehorsam solle offenbar die Bischöfe ermutigen, Frauen zu weihen. Daß dies den von den Modernisten sonst so hochgejubelten ökumenischen Dialog „sehr erschweren“ würde, nimmt er bewußt in Kauf, handelt sich es doch „bloß“ um den mit der Orthodoxie und nicht um den mit den irrenden Protestanten.

„Was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht“

In der März-2014-Ausgabe von „miteinander“, dem Magazin des Canisiuswerkes, wiederholt Abt Haidinger neuerlich seine Aussagen zum (nicht möglichen) „Frauenpriestertum“: Es sei ihm „noch [!] kein einziges theologisches Argument untergekommen, das ich so verstehen könnte, daß Frauen … von Berufungen in der Kirche ausgeschlossen sein könnten“.

Anders ausgedrückt: Was Abt Haidinger nicht kennt oder intellektuell nicht versteht, solle nicht gelten.

Papst Paul VI. und die Priesterweihe

In einem „Antwortschreiben an Seine Gnaden, den Hochwürdigsten Herrn Dr. F. D. Coggan, Erzbischof von Canterbury, über das Priestertum der Frau“ vom 30. November 1975 erläutert Seine Heiligkeit Paul VI.:

  • „Sie [die Katholische Kirche] hält daran fest, daß es aus prinzipiellen Gründen nicht zulässig ist, Frauen zur Priesterweihe zuzulassen. Zu diesen Gründen gehören: das in der Heiligen Schrift bezeugte Vorbild Christi, der nur Männer zu Aposteln wählte, die konstante Praxis der Kirche, die in der ausschließlichen Wahl von Männern Christus nachahmte, und ihr lebendiges Lehramt, das beharrlich daran festhält, daß der Ausschluß von Frauen vom Priesteramt in Übereinstimmung steht mit Gottes Plan für seine Kirche.“

Eine weitergehende Erläuterung findet sich – leicht verständlich geschrieben – bei Dr. Gabriele Waste: „Genuin katholisch: Edith Stein“, Verlag Kardinal-von-Galen-Kreis e.V., 978-3-9812187-6-3 [www.kvgk.de], S. 29–42.
Beziehbar auch als Flugschrift „Die dogmatische Unmöglichkeit des Frauenpriestertums“, Mindestabnahme 50 Stück (um 25 Euro), über Postfach 12, A-8472 Straß.

„Konzilsgeist“-Modernismus versus 
rechtgläubiger Priesternachwuchs

Bezeichnend ist die Eigenzuordnung von Abt Haidinger zur „Konzilsgeneration“, als deren Exponent er „hauptsächlich von jüngeren Klerikern“ … „schon manche Prügel [für seine Aussagen zu Zölibat und Frauenpriestertum] abbekommen“ habe.

Ein gutes Zeichen dafür, will man meinen, daß der Klerikernachwuchs offenbar zum einen theologisch besser gebildet und zum anderen wieder papsttreuer wird.

„Nec laudibus nec timore!“

Seliger Clemens August Kardinal von Galen, Wahlspruch

Es gelten die traditionellen katholischen Begriffsdefinitionen.

 
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